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Software für Innenraumplanung: Den Grundriss vor dem Rendering prüfen

Bevor Sie sich für eine Software zur Innenraumplanung entscheiden, tauschen Sie in einem vermessenen Raum probeweise ein Möbelstück aus. Können Sie prüfen, was sich öffnen lässt, den verbleibenden Platz ablesen und dem Kunden den überarbeiteten Grundriss und die passende 3D-Ansicht zeigen, ohne beides neu aufzubauen?

Eine geöffnete Schranktür berührt beinahe das Fußteil eines Betts in einem kleinen Schlafzimmer.

Redaktionelle Illustration. Die Drehtür stößt fast ans Fußteil, bevor sie die vorgesehene Öffnungsposition erreicht.

Beginnen Sie mit den Möbeln, die bleiben

Ein Kunde möchte sein Bett behalten und gegenüber einen Kleiderschrank aufstellen. Mit geschlossenen Türen lässt sich der Raum überzeugend darstellen. Entscheidend ist aber, ob sich der Schrank bei unveränderter Bettposition öffnen und benutzen lässt. Nehmen Sie genau diese Entscheidung als Testfall für den Softwarevergleich.

Zeichnen Sie den Raum mit seinen fertigen Oberflächen und allem, was die Aufstellung einschränkt, etwa einer Sockelleiste, die den Schrank von der Wand abrücken lässt. Erfassen Sie die Außenmaße des tatsächlichen Bettgestells einschließlich Fußteil. Geben Sie für den Schrank die Einbautiefe einschließlich Fronten, Griffen und eventuellem Wandabstand ein. Wenn ein Katalogobjekt als Platzhalter dient, prüfen Sie, ob Sie alle drei Abmessungen ändern können. Halten Sie noch unbestätigte Maße in Ihren Notizen fest.

Stellen Sie die Tür geöffnet dar

Angenommen, zwischen der Wand hinter dem Schrank und dem Fußteil liegen 106 cm. Von der Wand bis zur geschlossenen Schrankfront sind es an der betrachteten Stelle 60 cm. Es bleiben 46 cm. Steht eine Drehtür rechtwinklig zur Front und ragt 50 cm vor, fehlen dort 4 cm, wo sich ihr Schwenkbereich und das Bett überlagern. Bei geschlossener Tür passt der Schrank in den Grundriss. Wenn Türblatt und Fußteil auch in der Höhe aufeinandertreffen, kann die Tür die vorgesehene Position nicht erreichen. Die Maße sind für den Test vereinfacht.

Zwei Grundrissausschnitte zeigen eine Schranktür zuerst geschlossen und dann in den Umriss des Betts hinein geöffnet.

Illustration: Bei geschlossener Tür passen Schrank und Bett nebeneinander in den Grundriss. In der vorgesehenen Öffnungsposition ragt die Tür in den Umriss des Betts.

Eine Funktion zum Öffnen der Tür ist hilfreich, wenn sie das tatsächliche Türblatt und seine Drehachse abbildet. Ein separat eingezeichneter Schwenkbogen oder ein zweiter maßstäblicher Umriss erfüllt denselben Zweck. Prüfen Sie, ob Sie zwischen den entscheidenden Punkten messen können, etwa zwischen der Bandachse und der Vorderkante des Bettgestells. Eine Ansicht auf Betthöhe zeigt, ob sich Türblatt und Fußteil auch in der Höhe treffen. Das Maß lesen Sie im Grundriss ab.

Tauschen Sie ein Möbelstück aus und verfolgen Sie die Folgen

Probieren Sie nun einen Schrank mit Schiebetüren. Beim Öffnen bleibt das Türblatt dicht an der Front, doch die Schienen können die Einbautiefe vergrößern. Bei 66 cm Einbautiefe bleiben in diesem Beispiel 40 cm. Schieben Sie die Tür so weit zur Seite, dass das gewünschte Fach frei liegt. Wenn es dort einen Auszug gibt, prüfen Sie, wie weit er sich vollständig herausziehen lässt und wo die Person davor stehen kann. Aus der freien Fläche vor dem geschlossenen Schrank lässt sich beides kaum ablesen.

Hinter der zur Seite geschobenen Schranktür ist eine Schublade sichtbar, die bis nahe an das Fußteil des Betts herausgezogen ist.

Redaktionelle Illustration: Das Schiebeblatt schwenkt nicht vor den Schrank. Die herausgezogene Schublade beansprucht trotzdem Platz am Bett.

Schmalere Drehtüren können den Schwenkbereich verkleinern, ohne dass der Schrank tiefer wird. Platz für die geöffneten Türen und die Person am Schrank ist weiterhin nötig. Ein Standort an einer anderen Wand kann den Bereich am Fußende freigeben. Prüfen Sie dann die Auswirkungen auf den Zugang, die Steckdosen und das Stauraumangebot. Vergleichen Sie die beiden Varianten, die Sie dem Kunden tatsächlich anbieten würden. Ist der Raum vorhanden und die Entscheidung knapp, markieren Sie die Möbelpositionen vor Ort und spielen Sie die Bewegungen mit der Person durch, die den Schrank nutzen wird. Anforderungen an die Barrierefreiheit und andere einschlägige Vorgaben sind für das konkrete Projekt gesondert zu prüfen.

Zeigen Sie dem Kunden den überarbeiteten Plan und die passende Ansicht

Sehen Sie nach dem Austausch nach, ob Grundriss und 3D-Ansicht denselben Schrank an derselben Position zeigen. Haben Sie einen separaten Schwenkbogen oder einen Umriss für den Auszug gezeichnet, passen Sie ihn an und prüfen Sie ihn am neuen Schrank. Exportieren Sie einen bemaßten Grundriss oder geben Sie eine Ansicht frei, je nachdem, welches Ergebnis Sie üblicherweise liefern. Öffnen Sie es so, wie es der Empfänger sieht. Prüfen Sie, ob der neue Abstand, der relevante Möbelumriss und die noch offene Annahme erkennbar sind.

Am Ende sollten Sie erklären können, was sich ändert, welchen Vorteil das bringt und was der Kunde noch vor Ort ausprobieren sollte. Wenn Sie bei jedem Schrankwechsel erneut zeichnen müssen, rechnen Sie diese Arbeit beim Softwarevergleich mit ein.

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